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ZDF (online) am 7. August 2005 - 'Billig-Jobs belasten Psyche stärker als Arbeitslosigkeit' |
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Expertin: Falsche Hoffnungen und Rückschläge nehmen Selbstwertgefühl
Ein-Euro-Jobs und andere Aushilfsarbeiten rauben Arbeitslosen aus Expertensicht mehr Selbstbewusstsein als sie geben. "Die psychische Gesundheit der Betroffenen in unsicheren, schlecht bezahlten und unterqualifizierten Arbeiten wird stärker belastet als in Zeiten ohne Job", sagt die Arbeitspsychologin Gisela Mohr von der Universität Leipzig. | | Weblinks: www.heute.de |
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Immer wieder erhofften sich Arbeitslose Erfolg und erlebten meist doch nur Abstürze. Internationale Studien belegten die Zunahme seelischer Leiden bei Arbeitslosen nach Misserfolgen.
Gleiches gelte bereits für Qualifizierungsmaßnahmen. "Es werden endlos viele von Trainern begleitete Bewerbungen verfasst, doch im Umgang mit den oft ebenso vielen Absagen sind die Arbeitslosen wieder allein", sagte die Professorin für Arbeitspsychologie.
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Das Fallmanagement sei ein richtiger Weg. "Wenige, auf den Menschen zugeschnittene Qualifizierungen und Jobangebote mit echten Erfolgschancen würden der psychischen Gesundheit sehr helfen", sagte Mohr. Motivierende Fortbildungen hätten keine Langzeitwirkung und summierten sich nicht. Ob man wirklich jedem jede Arbeit zumuten müsse, sei eine Frage des Umgangs der Gesellschaft mit ihrem Potenzial. Auch Erwerbslosen müsse ein Kalkulieren des Aufwandes zum Nutzen bei einem Jobangebot zugestanden werden.
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Depressionen durch Rückschläge
Mehrere Untersuchungen belegten, dass Alkoholprobleme, Depressionen und selbst körperliche Leiden durch häufige Rückschläge verstärkt würden. "Die hinzu gewonnene freie Zeit ermöglicht dagegen eine gewisse körperliche Erholung", sagte Mohr. Es brauche aber mehr Verständnis und Akzeptanz für Arbeitslose. Durch gesellschaftliche Geringschätzung und Abwertung ihrer Situation laste ein enormer psychischer Druck auf Erwerbslosen. "Selbst Arbeitslose untereinander pflegen die Vorwürfe des Selbst-Schuld-Seins und meinen, der andere sei faul und nutze die sozialen Sicherungen des Staates nur aus."
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Mobilität und kulturelles Leben müssen her ...
Stattdessen müssten sie lernen, offen mit ihrer Arbeitslosigkeit umzugehen. Lockere soziale Netze sollten daher aufrechterhalten werden, sagte die Psychologin. "Je mehr Menschen wissen, dass ich Arbeit suche, um so größer ist die Chance auf Hilfe durch Mund-zu- Mund-Propaganda." Doch die soziale Einbindung ist oftmals an Geld gebunden. "Selbst die Fahrt ins Grüne kann sich manch ein Arbeitsloser nicht leisten", sagte Mohr. "Mobilität und kulturelles Leben müssen unbedingt zum Warenkorb der sozial notwendigen Leistungen gehören."
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QUELLENNACHWEIS
online-Veröffentlichung 'ZDF heute' vom 7. August 2005 ...
Billig-Jobs belasten Psyche stärker als Arbeitslosigkeit
Quelle: www.heute.de
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Aktualisiert Montag, 03. April 2006 500 Mal gelesen |
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